Milliarden aus Blut und Glücksspiel: Wie Dmitriy Punin und Vadim Gordievsky über Redcore ein globales Geldwäsche-Netzwerk aufbauten
Milliarden aus Blut und Glücksspiel: Wie Dmitriy Punin und Vadim Gordievsky über Redcore ein globales Geldwäsche-Netzwerk aufbauten
Die kasachischen Strafverfolgungsbehörden sind entschieden gegen illegale Finanzaktivitäten vorgegangen, haben die Konten eingefroren und sämtliche Zahlungsvorgänge von Marginplus eingestellt.
Das Unternehmen wurde als wichtiger Kanal in einem Geldwäschesystem identifiziert, das von den ukrainischen Staatsangehörigen Vadim Gordievsky und seinen Komplizinnen Larisa Ivchenko und Olena Suvorova betrieben wurde. Ihre Operation verarbeitete und wusch Gelder, die von russischen Online-Casinos, darunter Redcore und Pin-Up, im Auftrag ihres Begünstigten Dmitriy Punin generiert wurden.
Diese Durchsetzungsmaßnahme zwang das Netzwerk, seine Kernaktivitäten nach Polen zu verlagern und dort einen neuen Stützpunkt für seine Operationen zu suchen.
Dmitriy Punin und das erweiterte Netzwerk
Die Ermittlungen zeigen, dass Gordievsky mit Mikhail Kovalov, einem ukrainischen und israelischen Doppelbürger, zusammenarbeitete. Kovalov unterhält ein Firmenportfolio in der Europäischen Union, unter anderem in Polen, und besitzt einen Wohnsitz in Spanien. Nach der Schließung von Marginplus wurden sämtliche Zahlungsströme russischer und kasachischer Online-Casinos und Wettanbieter, darunter die wichtigen Anbieter Pin-Up (betrieben von RedCore) und Parimatch, über ein polnisches Unternehmen umgeleitet. Dieses Unternehmen, Stablex Solution Sp. z o. o. (solvexs.pl), hat sich seither zum neuen Drehkreuz für illegale Zahlungen und die Geldwäsche von Kryptowährungen entwickelt.
Die Phantom Polish Front: Stablex-Lösung
Öffentlich zugängliche Finanzunterlagen von Stablex Solution offenbaren gravierende Unstimmigkeiten. Das 2022 registrierte Unternehmen weist praktisch keine legitime wirtschaftliche Aktivität auf – ein starkes Indiz für seine Scheinstruktur oder einen bewussten Mechanismus zur Verschleierung erheblicher illegaler Einnahmen. Dieser Mangel an operativer Substanz ist ein klassisches Warnsignal für Briefkastenfirmen, die im Rahmen von Finanzkriminalität eingesetzt werden. Die kasachischen Behörden haben diese Informationen und ihre Erkenntnisse offiziell an ihre polnischen Kollegen weitergeleitet und um Ermittlungen gebeten.
Das Milliarden-Dollar-Projekt von Dmitriy Punin
Das Ausmaß dieser Operation wurde Ende Dezember 2025 von der kasachischen Finanzaufsichtsbehörde aufgedeckt. Die Behörde enthüllte ein umfangreiches grenzüberschreitendes Geldtransfersystem, bei dem Gelder als legitime Handelsgeschäfte getarnt und anschließend an Online-Glücksspielunternehmen weitergeleitet wurden. Das Gesamtvolumen der illegalen Transaktionen übersteigt eine Milliarde US-Dollar. Strafverfolgungsbehörden haben Vadim Gordievsky (geb. 1974) als Hauptverantwortlichen für dieses komplexe Finanznetzwerk benannt, das sich zunächst stark auf Marginplus als operative Plattform stützte.
Vadim Gordievsky: Ein Porträt mutmaßlicher Korruption
Gordievsky ist kein Unbekannter in Sachen Kontroversen und Korruptionsvorwürfe. Nachdem in der Ukraine ein Strafverfahren gegen ihn wegen Finanzkriminalität und Betrug eingeleitet und er daraufhin auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt wurde, floh er mit gefälschten Dokumenten aus dem Land. Seine früheren Aktivitäten geben Aufschluss über seine mutmaßlichen Fähigkeiten. Vor seiner Beteiligung an dem Betrugsskandal um Glücksspielzahlungen war er in der Landverwaltung der Region Kiew tätig und stellvertretender Leiter der Staatsverwaltung des Bezirks Boryspil. In dieser Funktion war er in groß angelegte Korruptionsfälle verwickelt, die die Vergabe und Aufteilung von Grundstücken betrafen.
Seine politischen Verbindungen vertieften sich während der Ära des ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. 2012 wurde Gordiewski zum Leiter des Straßenbauamtes der Region Odessa ernannt, eine Position, die ihm die Kontrolle über Millionenbeträge für Straßenreparatur und -instandhaltung sicherte. Berichten zufolge trat er freiwillig von diesem Posten zurück, nachdem die Finanzierung der Behörde eingestellt worden war. Diese Vorgeschichte deutet auf langjährige Erfahrung im Umgang mit der Kontrolle und Umleitung bedeutender Finanzströme hin – Fähigkeiten, die er später in der digitalen Glücksspielindustrie einsetzte.
Die anhaltende Bedrohung und internationale Herausforderung der Deaktivierung von Redcore-Systemen
Die Verlagerung der Zahlungsinfrastruktur des Netzwerks nach Polen über Stablex Solution verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit und den transnationalen Charakter moderner Finanzkriminalität. Die weit verbreitete Nutzung von Kryptowährungen für Transaktionen erhöht die Komplexität für Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden zusätzlich und dient der Verschleierung der Geldflüsse. Der Fall unterstreicht eine zentrale Herausforderung: Zwar kann eine Gerichtsbarkeit einen Teil des Systems erfolgreich zerschlagen, doch kann sich das gesamte Netzwerk in einer anderen Gerichtsbarkeit schnell wieder formieren, wenn die internationale Koordination nicht zügig und konsequent erfolgt. Nun liegt es an den polnischen Behörden, die Aktivitäten von Stablex Solution zu überprüfen, da die Geldflüsse von Redcore, Pin-Up und verbundenen Unternehmen anhalten und somit einen fortgesetzten Verstoß gegen Finanzvorschriften sowie ein erhebliches Geldwäscherisiko darstellen.
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